EVANGELISCHE  KIRCHENGEMEINDE BOCHOLT 

BEZIRK NORD

CHRISTUSKIRCHE

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Energetische Sanierung des Gemeindezentrums
unter Berücksichtigung der Nutzungsverbesserung im Rahmen des Umweltmanagement-Projekts 

„Der Grüne Hahn“ 
vom Evangelischen Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken
für eine Kirche mit Zukunft

 

Als wir uns mit diesem Thema  in unserer Gemeinde zu Wort meldeten, wurden wir oft gefragt, ob wir in unserer Gemeinde nicht andere Sorgen hätten und ob das jetzt sein müsste?

Unsere Antwort war und ist: „Ja, das muss sein, denn wir müssen den Energieverbrauch erheblich reduzieren, weil die Energiekosten stetig steigen und wir in naher Zukunft mit weniger Geldzuwendungen für unsere Gemeinde auskommen müssen. Zudem tragen wir Verantwortung für den Umweltschutz, auch und vor allem im Interesse für die Zukunft unserer Kinder.“

 

So beschloss das mit dieser Aufgabe betraute Team der Christuskirche, dass wir uns am Umweltmanagement-Programm der Evangelischen Kirche Westfalen „Der Grüne Hahn“ beteiligen, unter anderem auch, weil bei einer Teilnahme an diesem Programm  eine Geldzuwendung aus dem neu aufgelegten Klimaschutzfonds des Kirchenkreises zu erwarten war. Ferner zeigten die Erfahrungen anderer Gemeinden, die das Umweltmanagement-Programm schon umgesetzt hatten, dass sich neben Umweltentlastung auch erhebliche betriebswirtschaftliche Einsparmöglichkeiten ergaben.

Ein Förderantrag konnte aber nur gestellt und beraten werden, wenn Kirchen- und Gemeinderäume durch die Baumaßnahmen eine Energieeinsparung ermöglichen und das Kriterium der Nachhaltigkeit erfüllt wurde.

 

Was bedeutete dies für das inzwischen etablierte Umweltmanagement-Team, das aus Herrn Pfarrer Axel Gehrmann und den zwei ehrenamtlichen Mitarbeitern Herrn Dipl.-Ing. Joachim Schlusche und Herrn Ing.grad. Arnold Kerber bestand?

 

Als erstes musste auf der Basis der bestehenden Strukturanalyse der Gebäudesituation der Evangelischen Kirchengemeinde Bocholt Nord/ Christuskirche eine Bestandsaufnahme gemacht werden über folgende Punkte:

- Gas- und Stromverbrauch,

- Wasserverbrauch und Abwassergebühren,

- Müllanfall und Müllgebühren,

- Nutzungszeiten und Nutzer der vorhandenen Gemeinderäume

- und über die Winterkirche.

Es stellte sich bald heraus, dass die Christuskirche und das Gemeindezentrum der größte Energieverbraucher waren.

 

Die Christuskirche energetisch zu sanieren würde unsere Geldmittel weit übersteigen.

So beschloss das Team, sich auf den Flachbau (Gemeindezentrum) zu konzentrieren, da auch weiterhin die Winterkirche aus Kostenspargründen für die Beheizung hier stattfinden soll.

 

Anhand der ausgewerteten Verbrauchswerte der letzten fünf Jahre wurde durch das Presbyterium beschlossen, das Energieberatungsbüro Helmut Eing zu beauftragen, eine Analyse zu erstellen, um die hauptsächlichsten Kostenverursacher am Flachbau herauszufinden.

Es wurden sieben Varianten durchgerechnet, wobei sich herausstellte, dass die wichtigsten Maßnahmen zur energetischen Sanierung einerseits die Erneuerung der Fenster und andererseits die Dämmung sowohl der Decke wie auch der nördlichen Klinkerwand sind.

Aus den Berechnungen war zu ersehen, dass eine erhebliche Energieeinsparung möglich ist.

Gleichzeitig wurde von dem Team die Planung begonnen und interessierte Gemeindeglieder wurden in mehreren Veranstaltungen zum Meinungsaustausch eingeladen.

 

Am 30.9.2009 beschloss das Presbyterium, die energetischen Baumaßnahmen durchzuführen und den Antrag auf Gewährung einer Zuwendung aus dem Klimaschutzfonds des Evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken zu stellen.

Der Kirchenkreis beauftragte für uns zwei unabhängige Sachverständige, den Architekten Herrn Leuters und den Energieberater Herrn Werner, um die Angaben im Antrag vor Ort zu überprüfen. Die Richtigkeit unserer Angaben wurde dem Kirchenkreis mitgeteilt und so stand einer Antragsannahme nichts mehr im Wege.

 

Wir bekamen  einen positiven Bescheid und die Zusage über einen  Zuschuss von 35.000,00 €.

Eine weitere Zuwendung von 15.000,00 € wurde in Aussicht gestellt, wenn unsere Berechnungen sich annähernd erfüllen.

Das Presbyterium beschloss daraufhin für die Bauausführungen das Architektenbüro Eing zu beauftragen.

Unter Berücksichtigung eines optimalen Kosten-/Nutzeneffekts wurden dann die Sanierungsmaßnahmen in zwei Bauphasen eingeteilt, da unsere Geldmittel nur für die erste Phase gesichert sind.

Da die Winterkirche aber aus Kostengründen wieder im Gemeindezentrum stattfinden soll, musste der erste Bauabschnitt zügig voran getrieben werden.

 

Für jede Maßnahme wurden die Angebote von drei Handwerksbetrieben eingeholt, den Zuschlag bekam natürlich jeweils die Firma mit dem kostengünstigsten Angebot.

 

Das Presbyterium genehmigte dann die Baumaßnahmen, und das Architektenbüro Eing setzte nach mehreren Gesprächen unsere Ideen um. Die interessierte Gemeinde konnte sich dann das zukünftige Gemeindezentrum bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten, zuletzt auch auf dem Gemeindefest, anhand von Bildern auf einer Schautafel ansehen.

Das Architektenbüro erstellte auch einen Bauausführungsplan.

 

Am 30.6.2010 beschloss das Gesamtpresbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Bocholt einstimmig , das Gemeindezentrum an der Christuskirche zukunftsfähig und als Mittelpunkt evangelischen Lebens in Bocholt zu erhalten.

 

Während einer 15monatigen Planungs- und Beratungszeit flossen Fachinformationen von Handwerkern in die Entscheidungen ein. Auch eine Teilnahme an den Zirkeltagen des „Grünen Hahns“ sowie ein zweitägiges Energiespar-Seminar in Altenberg brachten wichtige Erkenntnisse.

 

Auf dem Gemeindefest im Juni wurden der Gemeinde die ersten Entwürfe vorgestellt und das Team stand für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung.

 

Dann  konnten vor den Sommerferien durch die Herunternahme der Holzdecke die ersten Vorbereitungen getroffen werden, um eine dringend erforderliche Innendämmung der Decke und die Verlegung der Energie- und Steuerkabel durchzuführen.

Als erstes wurden die äußeren Betonpfeiler saniert und um Kältebrücken zu vermeiden, wurden Pfeiler und Träger im Innenraum gedämmt.

Gleichzeitig haben die Elektrofirma Hund, die Heizungsfirma Nowak und die Trockenbauerfirma Kaiser  ihre Arbeit aufgenommen.

Am 26.9.2010 begann die Firma Baumeister mit dem Einbau der neuen dreifach verglasten Fenster. Dieser Bauabschnitt wurde in der 40. Kalenderwoche beendet, sodass auch Maler Essingholt inzwischen bereits mit der Arbeit anfangen konnte.

 

In der Teamsitzung am 6.10.2010 wurde ein Kosten- und Finanzierungsplan erarbeitet und an den Finanzausschuss des Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken gesandt mit der Bitte um Gewährung eines Zuschusses von  50.000,00 € aus dem Baurücklagenfonds. (s.u.)

 

 - Die Malerarbeiten im Saal und im Flurbereich sind beendet, und die Deckenbeleuchtung ist installiert.

 - Kleine Korrekturen wurden vorgenommen, aber nun funktioniert alles zur Zufriedenheit.

 - Auch die Heizung wurde in Betrieb genommen und die Steuerungsautomatik arbeitet und regelt die Temperatur im Raum.

 - Die Behinderten-Toilette ist eingerichtet und die Firma Essingholt renoviert auch die Damen- und Herrentoilette.

 - Der Eingangsbereich zum Gemeindebüro wurde durch einen Vorbau mit Tür abgetrennt, damit der Zugang zum Gebäude Schwartzstr. 4 separiert ist.

Damit wäre der erste Bauabschnitt fast beendet.

Wir danken herzlich allen Gemeindegliedern, die bei den Arbeiten freiwillig geholfen haben, so z.B. beim Abriss der Holzdecke oder beim Reinigen der Küche!

 

Leider wurden uns vom Kirchenkreis keine Geldmittel aus dem Baurücklagenfonds bewilligt, so dass die Fußbodenerneuerung, der Einbau der Trennwand und der Eingangstür zurückgestellt werden mussten.

Um diesen noch notwendigen Teil des 1. Bauabschnittes in Angriff nehmen zu können, hoffen wir auf großzügige Spenden aus Wirtschaft, Industrie und Handel, die in den nächsten Tagen entsprechend angeschrieben werden.

Aber auch auf Sie, liebe Gemeindeglieder, sind wir angewiesen und hoffen auf Ihre Spendenbereitschaft, damit die restlichen Arbeiten baldmöglichst ausgeführt werden können.

 

 

 

Gasverbrauch und Kosten für Zähler Nr. 203524
(Kirche und Gemeindezentrum)

Jahr

Verbrauch (in kWh)

Kosten (in € )

2004

158033

5855,98

2005

216559

9296,00

2006

199833

11115,00

2007

134082

7650,25

2008

128724

8288,00

2009

140556

8395,37

2010

131416

8278,15

gesamt in 7 Jahren

gesamt 1109203

gesamt 58879,27

Durchschnitt pro Jahr

158458

8411,52

im Jahr 2011

102948

6058,55

Ersparnis in %

34%

28%

Ersparnis in €

 

2352,97

 

Nachdem die Abrechnung der BEW vorliegt, können wir Ihnen mitteilen, dass durch die energetische Sanierung des Gemeindezentrums eine Reduzierung des Gasverbrauchs um 34% und dadurch eine Kostenreduzierung um 28 % eingetreten ist - in Euro ausgedrückt sind das 2352,97 €.

- Und nebenbei haben wir auch noch ein attraktives Gemeindezentrum bekommen.

Wir möchten uns bei allen bedanken, die uns mit Rat und Tat geholfen haben, dieses Projekt durchzuführen. Unser Dank gilt ebenso allen, die es durch ihre Geldspenden möglich gemacht haben, das Projekt „Grüner Hahn” in Angriff zu nehmen. Zu den Spendern gehören auch der Kirchbauverein mit 20.000 € und das Kreiskirchenamt in Steinfurt, das uns einen Zuschuss von 35.000 € aus dem Klima-Schutz-Fonds gewährt hat.

Nun müssen nur noch die Heizungsschächte ausgekleidet werden, dann ist die erste Bauphase beendet. Wir möchten aber unser Bauvorhaben (zweite Bauphase) sobald wie möglich fortsetzen.
Unterstützen Sie uns deshalb auch weiterhin großzügig mit Spenden für das Projekt „Grüner Hahn.”

Ihr Team „Grüner Hahn”

Pfr. A. Gehrmann - Dipl. Ing. J. Schlusche - Ing. grad . A. Kerber

 

 

 
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zuletzt aktualisiert am
09.05.2012

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